Worum es geht
Heizleisten heißen je nach Hersteller auch Sockelheizkörper, Fußleistenheizkörper oder Sockelleisten. Gemeint ist immer dasselbe: ein lang gestreckter, schmaler und niedriger Heizkörper, der wie eine Fußleiste an der Wand entlang läuft.
In der Auswahl der Heizflächen finden Sie dafür keinen eigenen Eintrag. Das ist keine Lücke, die Sie umgehen müssen: Eine Heizleiste ist bauartlich ein Konvektor, und als solcher wird sie erfasst. Wie das geht, steht unten.
Woran Sie sie erkennen
Abmessungen: Höhe etwa 100 bis 350 mm, Bautiefe 40 bis 150 mm. Die Länge richtet sich nach der Wand und liegt oft bei mehreren Metern.
Aufbau: ein oder mehrere Heizrohre mit aufgepressten Lamellen, meist in einem Blechgehäuse. Häufig sitzt vorn eine Luftklappe, über die die Leistung geregelt wird.
Material: Stahl, Kupfer, Guss oder Leichtmetall.
Wärmeabgabe: überwiegend konvektiv. Die Luft tritt unten ein, streicht an den Lamellen entlang und verlässt das Gehäuse oben. Deshalb spürt man vor einer Heizleiste kaum Strahlungswärme.
Abgrenzung: Ein flacher Plattenheizkörper unter einem tiefen Fenstersims ist keine Heizleiste, auch wenn er niedrig ist. Entscheidend ist der Aufbau aus berippten Rohren im Gehäuse, nicht die geringe Bauhöhe.
So erfassen Sie eine Heizleiste
Legen Sie den Heizkörper als Standardkonvektor an. Die Kategorie beschreibt genau diese Bauart, und die hinterlegten Leistungen decken den Bereich ab, in dem Heizleisten liegen.
Vier Angaben brauchen Sie:
Anzahl der Rohrreihen. Zählen Sie die berippten Rohre im Gehäuse. Die meisten Heizleisten haben ein oder zwei, wählen Sie dann 2.
Bautiefe. Zur Auswahl stehen 73, 134, 196 und 257 mm, passend zu 2, 3, 4 und 5 Rohrreihen. Nehmen Sie den Wert, der Ihrem Gerät am nächsten kommt.
Höhe. Zur Auswahl stehen 70, 140, 210 und 280 mm. Gemeint ist die Höhe des Gehäuses, nicht die Einbauhöhe über dem Boden.
Länge. Die Gesamtlänge des Geräts in mm. Bei mehreren Abschnitten entlang derselben Wand addieren Sie die Längen, solange sie in einem Heizkreis liegen.
Warum das trägt: Für einfache Sockelheizkörper nennt der Recknagel Überschlagswerte von 450 bis 800 W je Meter bei 80 °C mittlerer Wassertemperatur. Umgerechnet auf die Normbedingung 75/65/20 °C sind das rund 350 bis 630 W je Meter. Die Konvektorzeilen mit zwei Rohrreihen liegen bei 356 W/m (70 mm Höhe), 528 W/m (140 mm) und 696 W/m (210 mm). Ihre Heizleiste landet damit in dem Bereich, den auch die Fachliteratur für sie angibt.
Wenn Ihnen das Datenblatt vorliegt
Dann ist der genauere Weg die Profi-Eingabe. Wählen Sie dort als Baureihe „Konvektor" und tragen Sie ein:
Höhe und Länge in mm,
die Normleistung in W bei 75/65/20 °C aus dem Datenblatt,
den Heizkörperexponenten des Herstellers.
Der Heizkörper rechnet danach genauso mit wie einer aus dem Katalog, in der Auslegung wie im hydraulischen Abgleich, nur eben mit den Daten Ihres tatsächlichen Geräts.
Achten Sie beim Datenblatt auf die Bezugsbedingung. Heizleisten-Hersteller geben die Leistung häufig bei 75/65/20 °C an, manche aber bei 55/45/20 °C oder bei einer mittleren Wassertemperatur. Steht dort eine andere Bedingung, rechnen Sie den Wert zuerst um, sonst rechnet das Programm mit einer falschen Grundlage weiter.
Was Sie vor Ort aufnehmen sollten
Ein Foto und drei Maße reichen für die Erfassung am Schreibtisch:
Länge, Höhe des Gehäuses und Bautiefe,
Anzahl der berippten Rohre (Blick von oben oder hinter die Klappe),
Hersteller und Typbezeichnung, falls ein Schild vorhanden ist.
Was Sie bei der Auslegung beachten sollten
Diese Punkte sind kein Formalkram, sie ändern das Ergebnis:
Konvektoren verlieren bei abgesenkter Vorlauftemperatur überproportional. Der Heizkörperexponent liegt bei Konvektoren zwischen 1,24 und 1,41, bei Platten- und Gliederheizkörpern eher um 1,25 bis 1,30. Je höher der Exponent, desto stärker fällt die Leistung, wenn Sie die Vorlauftemperatur senken. Bei einer geplanten Wärmepumpe ist das die entscheidende Frage am Objekt, nicht die Nennleistung.
Die Regelung über die Luftklappe reicht nur begrenzt. Herunterregeln lässt sich üblicherweise nur bis auf etwa 30 Prozent der Maximalleistung.
Die Bauart braucht eine ausreichend hohe Heizwassertemperatur, damit die Konvektion überhaupt in Gang kommt.
Verbaute oder zugestellte Heizleisten leisten weniger. Ein Sofa davor, ein Teppich unter dem Lufteintritt oder ein zugesetztes Lamellenpaket unterbrechen genau den Luftstrom, von dem die Leistung lebt. Wenn Sie so etwas vorfinden, gehört es in die Bestandsaufnahme.
Quelle
Recknagel, H.; Sprenger, E.; Albers, K.-J.: Taschenbuch für Heizung und Klimatechnik, Abschnitt 2.2.2-2.6.1 „Sockelheizkörper (Heizleisten)".
Siehe auch
Standardkonvektor: die Kategorie, in der Sie Heizleisten erfassen
Heizkörperleistung: wie die Normleistung in die Berechnung eingeht