Worum es geht
Die Auswahl bei den Badheizkörpern ist keine Modellliste, sondern eine Typentabelle aus dem Recknagel. Sie beschreibt die Bauform über Höhe und Nabenabstand und liefert für jede Kombination eine fertige Normleistung. Das sind vier Höhen und vier Nabenabstände, also sechzehn Kombinationen.
Im Bad steht aber selten genau eines dieser sechzehn Geräte. Dieser Artikel beschreibt, was Sie dann tun.
Warum es kein Feld für die Röhrenzahl gibt
Weil die Typentabelle keine Leistung je Rohr kennt, sondern eine fertige Leistung je Zeile. Die Röhrenzahl kommt darin nicht vor, deshalb gibt es dafür auch kein Eingabefeld.
Beim Rohr- oder Säulenradiator ist es umgekehrt: dort steht in der Tabelle eine Leistung je Glied, und genau deshalb fragen wir dort nach Säulen und Gliedern.
Der Weg für alles, was nicht in die Auswahl passt
Nutzen Sie die Profi-Eingabe. Beim Anlegen des Heizkörpers klappen Sie statt „Badheizkörper / Handtuchheizkörper" den Abschnitt „Profi-Eingabe" auf, wählen dort als Baureihe „Badheizkörper" und tragen ein:
Höhe und Länge in mm,
die Normleistung in W bei 75/65/20 °C,
den Heizkörperexponenten.
Der Heizkörper rechnet danach genauso mit wie einer aus dem Katalog, im hydraulischen Abgleich wie in der Auslegung, nur eben mit den Daten Ihres tatsächlichen Modells.
Der Praxisweg: Foto und Maßband vor Ort, Recherche am Schreibtisch
Das Datenblatt hat man vor Ort ja selten dabei. Für die Erfassung im Bad reichen Foto und Maß völlig aus. Deshalb in dieser Reihenfolge arbeiten:
Vor Ort: ein Foto machen und Höhe, Länge und Bautiefe aufnehmen. Wenn ein Typenschild vorhanden ist, auch Hersteller und Typbezeichnung.
Am Schreibtisch: kurz nach einem vergleichbaren Modell suchen.
Dessen Normleistung und Exponenten über die Profi-Eingabe einpflegen.
Bei Badheizkörpern ist das aus unserer Sicht sowieso der praktikabelste Weg, nicht nur die Notlösung.
Wo Sie die Daten finden
Typenschild oder Aufkleber am Gerät, oft an der Unterseite oder auf der Rückseite. Damit finden Sie das Datenblatt direkt.
Herstellerseite: Die gängigen Hersteller stellen Datenblätter und Leistungstabellen als PDF bereit. Achten Sie dort auf die Bezugsbedingung, gesucht ist die Normleistung bei 75/65/20 °C. Steht eine andere Bedingung dabei, etwa 55/45/20 °C, rechnen Sie den Wert zuerst um.
Planungsdaten nach VDI 3805: Viele Hersteller geben ihre Datensätze für Planungssoftware kostenfrei heraus. Eine kurze Anfrage genügt meist.
Vergleichbares Modell desselben Herstellers: Wenn genau Ihr Typ nicht mehr geführt wird, hilft oft die aktuelle Nachfolgebaureihe in derselben Größe weiter.
Vergleichbar heißt nicht nur gleich hoch und gleich breit
Dieser Punkt macht bei Badheizkörpern mehr aus als bei jeder anderen Heizkörperart: vergleichbar heißt auch ähnlich dicht berohrt.
Ein schlanker verchromter Designheizkörper und ein dicht berohrtes Modell liegen bei gleicher Höhe und Breite um mehr als den Faktor drei auseinander. Wer nur nach den Abmessungen sucht und das erstbeste gleich große Modell nimmt, hat für die Rechnung nichts gewonnen.
Sehen Sie sich deshalb auf Ihrem Foto an, wie eng die Rohre stehen, und suchen Sie ein Modell mit ähnlicher Berohrung.
Wenn Sie gar nichts finden
Dann nehmen Sie die passendste Zeile aus der Auswahl, aber wissen Sie, was Sie tun: Die Tabellenzeile im Katalog liegt eher am oberen Ende der realen Bandbreite. Für ein schlankes Modell weist der Katalog also leicht deutlich mehr Leistung aus, als der Heizkörper wirklich bringt, und im Abgleich wird er dann zu knapp eingestellt.
Halten Sie diese Annahme in Ihrer Dokumentation fest, damit sie später nachvollziehbar bleibt.
Siehe auch
Badheizkörper (Handtuchheizkörper): Erkennungsmerkmale, Bauformen und die Leistungsminderung durch aufgehängte Handtücher
Heizkörperleistung: wie die Normleistung in die Berechnung eingeht